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Nasenspray ist gut - Nasenspray-Abhängigkeit ist schlecht

© amixstudio AdobeStock 180665820

Sinn und Zweck von Nasensprays/-tropfen ist, dass sie, werden wir von einer Erkältung geplagt, dafür sorgen, dass wir wieder frei durchatmen können.

Durch die Anwendung des Präparats ziehen sich die Blutgefäße der Nasenschleimhäute zusammen und die infolgedessen reduzierte Durchblutung führt zu einem Abschwellen des Gewebes in diesem Bereich. Erreicht wird dieser Effekt durch Sympathomimetika wie Oxymetazolin, Xylometazolin oder Tramazolin.

Die verbesserte Nasenatmung macht die Erkältung gleich erträglicher und verhindert, dass Mund und Rachen durch das ständige Durch-den-Mund-Atmen zu trocken werden und eventuell begleitende Halsschmerzen sich dadurch verschlimmern.

Speziell bei dem Versuch, mit verstopfter Nase erholsamen Schlaf zu finden, kann der zeitweise Einsatz von Nasenspray enorm helfen.

Doch diese Medaille hat eine Kehrseite: Falsch, beziehungsweise zu häufig und über einen zu langen Zeitraum angewandt, können eben diese Tropfen/Sprays genau das Gegenteil bewirken: Chronischen Schnupfen!

Eine Nasenspray-Abhängigkeit (immerhin sind in Deutschland schätzungsweise über 100.000 Menschen betroffen) kann sich entwickeln, wenn es durch zu intensive Nutzung dieses Arzneimittels zu einem so genannten „Rebound-Effekt“ kommt. Unsere Nasenschleimhaut „gewöhnt“ sich an die Tropfen/das Spray und braucht immer häufiger den „Stoff“ und möglicherweise auch höhere Dosen (wie es bei anderen Süchten genauso der Fall ist), um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Nasenschleimhaut schwillt dann zwar ab, aber auch schnell wieder an – und es scheint nichts anderes übrig zu bleiben, als sich erneut den „erleichternden Stoß“ zu versetzen.

Nach einer längeren Zeit des „Nasenspray-Missbrauchs“ wird die Schleimhaut zunehmend trockener, auch zu Blutungen kann es kommen. Krankheitserregern wird durch die trockene Nasenschleimhaut der Eintritt erleichtert, die Flimmerhärchen, welche normalerweise Viren und Bakterien nach außen befördern, sind ebenfalls in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Doch: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Wer ein Nasenspray/-tropfen nicht länger als eine Woche und nicht häufiger als dreimal täglich benutzt (zum Beispiel vor dem Einschlafen) braucht diese gegenteilige Wirkung nicht zu fürchten.

Wir in Ihrer Apotheke stehen auch diesbezüglich gerne für Fragen zu Verfügung, falls bei Ihnen Zweifel zum Beispiel zur Dauer der Anwendung Ihres Medikaments aufkommen.

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