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Mindestens jeder Zehnte hat Eisenmangel

Wir sind doch hervorragend mit allem versorgt, auf unserem europäischen Kontinent, es mangelt uns an nichts – oder doch? Tatsächlich ist der Eisenmangel (Anämie) einer, an dem viele von uns, trotz guter, abwechslungsreicher Ernährung, mehr oder weniger leiden. Auch als Blutarmut wird die Anämie bezeichnet, obwohl die Betroffenen weniger arm an Blut als an dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) sind. Dieser Farbstoff befindet sich in den roten Blutkörperchen (Erythrocyten) und enthält das Spurenelement Eisen. Das Hämoglobin gibt unserem Blut die schöne rote Farbe und es befördert mit dem Blut den Sauerstoff in alle Körperregionen – ohne genügend Eisengehalt kann das Hämoglobin diese Transportfunktion nicht ordnungsgemäß erfüllen.

Mögliche Ursachen für einen Hämoglobin- beziehungsweise Eisenmangel

Tatsächlich kann ein größerer Blutverlust die Ursache sein, wie er durch eine Verletzung, eine Operation oder eine Blutspende, aber auch durch ständiges Zahnfleisch- oder Nasenbluten entstehen kann. Bei Frauen können eine (starke) Menstruationsblutung oder eine Geburt zu Blutverlust(en) und chronischem oder akuten Eisenmangel führen.
Weiter kommt eine gestörte Eisenaufnahme als Grund für den Mangel in Betracht. In diesem Fall kann das zugeführte Eisen vom Körper nicht richtig verwertet werden; möglicherweise bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei einer Helicobacter pylori-Infektion, einer (chronischen) Gastritis … auch nach einer Teilresektion des Magens kann die Eisen-Verwertung gestört sein. Übertriebener Kaffee- oder Teegenuss kann ebenfalls die Eisenaufnahme behindern.
Und – nicht zuletzt – kann auch eine zu geringe Eisenzufuhr für den Mangel verantwortlich sein.

Welche Symptome deuten auf einen Eisenmangel hin?

Äußere Anzeichen sind eine blasse und trockene Haut, auch Haare und Nägel sind eher trocken und brüchig. Da das Herz-Kreislauf-System die geringere „Sauerstofflast“ des Blutes durch Erhöhung der Transportgeschwindigkeit auszugleichen versucht, wird der Puls schneller, es kann sogar zu Herzrasen, Ohrensausen und Schmerzen in der Brust kommen. Vielen Betroffenen machen vor allem ständige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindelgefühl oder Kopfschmerzen zu schaffen. Auch nächtliche Schweißausbrüche sind bei starkem Eisenmangel keine Seltenheit.
Beim Vorliegen dieser Beschwerden ist es ratsam, ärztlich abklären zu lassen, ob ein Eisenmangel besteht. Der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) zum Beispiel lässt sich ganz unkompliziert und nahezu schmerzfrei mittels eines einzigen Tropfens Kapillarblutes (an Ohrläppchen oder Fingerkuppe entnommen) bestimmen – wenn der Eisenwert nicht sowieso als Bestandteil einer umfassenderen Blutuntersuchung ermittelt werden soll.
 
 
 
 
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